Arena von Verona
Inhaltsangabe der Oper TOSCA

Libretto von Luigi Illica und Giuseppe Giacosa
entnommen von Victorien Sardous Drama
Musik von Giacomo Puccini

Erster Akt

Rom zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Cesare Angelotti, ein politischer Häftling, ist aus dem Kerker der Engelsburg entwichen und sucht in der Kirche Sant'Antrea della Valle Zuflucht. In der nähe des Weihwasserbeckens findet er der von seiner Schwester Gräfin Attavanti verborgenen Schlüssel der Familienkapelle, wo er sich bis zum Einbruch der Dunkelheit verstecken will. Da erscheint der murrende Küster, um die auf dem Boden verstreuten Pinsel und Farben aufzuräumen. Hinzu tritt der Maler Mario Cavaradossi, der sein von ihm begonnenes Gemälde einer Maria Magdalena vollenden will. Er betrachtet sein Werk, in dem er die "verborgenen Züge" zweier Schönheiten darzustellen versucht. Als Anregung dienten ihm eine unbekannte, in Andacht versunkene Adlige und die von ihm heiß geliebte Sängerin Floria Tosca. Nachdem der Sakristan Ordnung geschaffen hat, entfernt er sich. Nun tritt Angelotti aus seinem Versteck hervor und gibt sich Cavaradossi zu erkennen. Der Maler erinnert sich an ihn und reicht dem erschöpften Freund seinen Speisekorb zur Stärkung. Gleichzeitig verspricht er ihm seine Hilfe. Das geheime Gespräch der beiden wird durch den plötzlichen Besuch Toscas gestört. Die Verlegenheit Marios macht sie mißtrauisch. Ihr Verdacht und ihre Eifersucht werden noch stärker, als sie auf dem Bild die Gesichtszüge der Attavanti entdeckt, welche dem Künstler als Modell gedient hatte, während sie, nach außen ihn im Gebet versunken, Fluchtpläne für ihren Bruder schmiedete. Mario versucht mit der Beteuerung seiner Zuneigung und Liebe Tosca zu besänftigen, welche sich nun beruhigt verabschiedet. Nun kann sich der Maler wieder ungestört mit dem entwichenen Häftling unterhalten und bietet ihm als Unterschlupf seine Villa an, zu de ihn persönlich begleitet. Ein Kanonenschuß aus der Engelsburg macht klar, daß der Ausbruch entdeckt worden ist. Cavaradossi und Angelotti eilen davon. Allmählich füllt sich die Kirche mit Gläubigen. Mann feiert mit einem Tedeum den irrtümlich gemeldeten Sieg über Napoleon. Doch die feierliche Stimmung wird sofort unterbrochen als Scarpia, der Chef der Polizei, in Begleitung von Gendarmen erscheint, um den ausgebrochenen Angelotti zu verfolgen. Er schickt alle Anwesenden aus dem Gottesraum und beginnt mit der Durchsuchung. Er findet die Familienkapelle der Attavanti geöffnet und stößt auf den leeren Speisekorb. Als er dann noch den Fächer mit dem Wappen der Gräfin entdeckt, erkennt auch er deren Gesichtszüge auf dem Gemälde Cavaradossis wieder. Nach einem Verhör des Sakristans zeigt er sich über Marios Abwesenheit gekränkt. Der Skrupellose Baron nutzt ihre Eifersucht aus, um seinen Plan zu verwirklichen. Er muß Angelotti finden und will zudem die anmutige Sängerin für sich zu gewinnen. Vom Verdacht getrieben eilt Tosca in die Villa Cavaradossis, wo sie Mario in Gesellschaft seiner Geliebten vermutet. Der Gottesraum füllt sich wieder mit Gläubigen zum feierlichen Tedeum.

Zweiter Akt

Im Farnese-Palast. Im Salon seines Palast wartet Scarpia beim Abendessen auf die Rückkehr seiner Gendarmen, die er Tosca nachgeschickt hatte. Durch das offene Fenster dringen die Tone eines Festes, das aus Anlaß des Sieges über Napoleon gefeiert wird. Schließlich erscheint Spoletta abgehetzt und berichtet, daß man zwar keine Spur Angelottis entdeckt habe, er aber dafür Cavaradossi unter der Anklage des Staatskomplotts und der Beihilfe zur Flucht des Häftlings verhaftet habe. Scarpia beginnt mit einem strengen Verhör des Malers, der ihm nur ungehalten antwortet und alle Vorwürfe zurückweist. Tosca, welche auf dem Fest gesungen hatte, wird auf Scarpias Befehl hereingebracht. Als sie Mario in die Arme fällt, vermag ihr dieser noch heimlich zuzuflüstern, keinerlei Aussagen zu machen. Dann führt man ihn ab in einer Folterkammer. Aber auch Torturen können ihm kein Geständnis entreißen. Während Tosca zuerst den hinterhältigen Fragen und den widerwärtigen Zudringlichkeiten Scarpias widersteht, wird sie bei den Schmerzensrufen des gefolterten Geliebten schwach und verrät Angelottis Versteck. Scarpia gibt den Befehl, mit den Torturen aufzuhören und schickt Spoletta sofort in Cavaradossis Villa, wo der im Brunnenschacht verborgene Angelotti festgenommen werden soll. Mario hat begriffen, daß Tosca ihr schweigen gebrochen hat. Mit einem Fluch auf sie sinkt er erschöpft zu Boden. Er kommt wieder zu sich, als Spoletta zurückkehrt und beichtet, daß die Österreicher bei Marengo eine Niederlage erlitten haben. Um sich der Auslieferung zu entziehen, hatte Angelotti Selbstmord verübt. Die Schergen führen den Maler ins Gefängnis, wo er auf Scarpias Befehl hingerichtet werden soll. Verzweifelt versucht Tosca den Polizeichef umzustimmen und zu bestechen. Aber Scarpia will kein Geld, er verlangt eine andere Entlohnung. Er will Mario nur dann retten, wenn die Künstlerin seinen Wünschen nachgibt. Tosca willigt zum Schein ein. Scarpia gibt ihr zu verstehen, Cavaradossi solle zum Schein hingerichtet werden. In Wirklichkeit gibt er jedoch Spoletta den Erschießungsbefehl in die Hand. Dies sollte sein letztes Verbrechen werden: nachdem er den Geleitbrief für die beiden Liebenden zum Verlassen Roms unterzeichnet hat, schließt er Tosca in seine Arme, die ihm einen tödlichen Stich mit dem Messer versetzt. Sterbend sinkt Scarpia zu Boden.

Dritter Akt

Auf der Plattform der Engelsburg. In das Morgengrauen hinein ertönt das Aveläuten. Man vernimmt den Gesang eines Hirten, der seine Herde auf die Weide führt. Die Wache begleitet Cavaradossi zur Kasematte. Seine letzte Stunde ist angebrochen. Er schreibt noch einen verzweifelten Abschiedsbrief. Er denkt an die glücklichen Tage zurück und an das verflossene Leben, das sich dem Ende zuneigt, das er nie so heiß wie gerade jetzt geliebt hat. Plötzlich erscheint Tosca mit der Meldung, daß Scarpia tot ist. Sie zeigt ihm den Geleitbrief und erklärt ihm die Scheinhinrichtung. Aber Mario glaubt nicht daran. Da beichtet ihm Tosca den Mord an Scarpia, nachdem sie ihren Pakt mit ihm geschlossen hatte. Sie bittet Mario, bei der Erschießung mitzuspielen und natürlich zu fallen. Wenn die Wache dann abgezogen sei, öffne sich für sie das Tor in die Freiheit und ins Glück. Das Hinrichtungskommando nimmt die Erschießung vor, aber Mario bleibt unbeweglich auf dem Boden liegen. Nun begreift Tosca den grausamen Betrug und wirft sich verzweifelt über die Leiche Cavaradossis, als könne sie die Wirklichkeit nicht fassen. In der Zwischenzeit wurde die Ermordung Scarpias entdeckt und man versucht die Sängerin zu ergreifen. Doch Tosca wählt den Freitod und stürzt sich von der Brüstung der Engelsburg in die Tiefe.


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