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Großer
Beifall - "Gioconda" Glanz der Dekadenz
Pressekritik aus L'Arena vom 19.6.2005
Amilcare
Ponchielli (1834-1886)
Biographie
Italienischer
Opernkomponist; seine Ausbildung erhielt er am
Mailänder Konservatorium und brachte es später
in seiner Heimatstadt Cremona zu Rang und Ansehen.
Der Erfolg seines Frühwerks "I Promessi
Sposi" ("Die Verlobten") nach Manzonis
Roman am Teatro dal Verme in Mailand machte ihn
allgemein bekannt und trug ihm den Auftrag der
Scala ein, ein Ballett zu schreiben: "Le
Due Gemelle" wurde bei der Uraufführung
1873 mit großem Beifall aufgenommen.
Seine einzige Oper, die auch außerhalb Italiens
viel gespielt wurde, ist "La Gioconda"
(mit dem berühmten Tanz der Stunden).
Die Uraufführung fand 1876 an der Scala statt,
Covent Garden folgte 1883, die Metropolitan Opera
1884.
Ponchielli wurde 1881 Kirchenmusikdirektor der
Kathedrale von Bergamo und 1883 Kompositionslehrer
am Mailänder Konservatorium.
Amilcare Ponchielli wurde in Paderno, Italien,
am 31. August 1834 geboren. Er trat schon mit
neun Jahren in das Mailänder Konservatorium
ein und studierte dort neun Jahre lang.
Nach dem Ende seines Studiums wurde er Organist
in Cremona. Während dieser Zeit schrieb er
auch seine erste Oper, I promessi sposi (Die Verlobten),
die 1856 in Cremona uraufgeführt wurde.
Weltbekannt wurde Ponchielli mit seiner Oper La
Gioconda, deren Uraufführung am 8. April
1876 in der Scala stattfand. Die Oper war schon
bei der Premiere ein Triumph und wurde danach
mit großem Erfolg in ganz Europa gespielt.
Keine seiner nachfolgenden Opern konnte an den
Erfolg der Gioconda anschließen. Ponchielli
war von 1883 an Professor für Komposition
am Mailänder Konservatorium. Zwei seiner
Studenten waren Mascagni und Puccini.
La
Gioconda - Synopse
Erster
Akt
"Das
Löwenmaul"
Vor dem Dogenpalast in Venedig drängt
sich an einem Frühlingstag die Menge, um
die jährlich stattfindende Regatta zu sehen.
Barnaba, ein Spitzel der Inquisition, hat sich
unter das fröhlich tanzende Volk gemischt
und macht der schönen jungen Straßensängerin
Gioconda, die ihre blinde Mutter führt, mit
unverschämten Worten den Hof. Gioconda weist
Barnaba entsetzt zurück und geht davon. Sie
erwartet an diesem Tag Enzo, der, aus Venedig
verbannt, als dalmatinischer Schiffskapitän
verkleidet zum Fest kommt. Enzo liebt nicht Gioconda,
sondern Laura, die er in Venedig kennen gelernt
hat und die ihm von Badoero, einem mächtigen
Staatsbeamten, weggenommen wurde. Barnaba, erbost
über die Zurückweisung Giocondas, versucht
aus Rache die Menge gegen Giocondas Mutter aufzuhetzen,
indem er dem Verlierer der Regatta, Zuane, einredet,
die Blinde hätte sein Boot verhext.
Leicht finden seine Worte Glauben. Wütend
stürzen sich Zuane und seine Freunde auf
die vermeintliche Hexe, um sie zu verbrennen.
Enzo rettet die Blinde vor dem aufgebrachten Pöbel,
doch Barnaba beschuldigt sie nochmals vor Badoero,
der gerade mit Laura den Dogenpalast verlässt.
Laura überzeugt ihren Gemahl davon, dass
eine Hexe niemals einen Rosenkranz trage, worauf
Badoero sie freilässt. Die Blinde schenkt
Laura ihren Rosenkranz (Voce di donna o
d'angelo | O, welcher Engel hat mich befreit).
Laura erkennt Enzo sofort. Aber auch Barnaba weiß
von Lauras Verhältnis zu Enzo und schlägt
diesem vor, sich mit seiner Geliebten an diesem
Abend auf Enzos Schiff zu treffen. Er hofft, dadurch
Gioconda zeigen zu können, dass Enzo sie
nicht liebt, um sie für sich zu gewinnen.
Enzo geht auf den Handel ein. Kaum ist er gegangen,
lässt Barnaba von seinem Schreiber einen
Brief an Badoero verfassen, mit der Nachricht,
dass Enzo mit Laura in dieser Nacht aus Venedig
fliehen wolle. Diesen Brief steckt er in das berüchtigte
"Löwenmaul" im Hof des Dogenpalastes,
in dem alle anonymen Anschuldigungen an die Inquisition
hinterlegt werden (O monumento! | Ihr mächt'gen
Hallen). Gioconda, die alles zufällig mitgehört
hat, ist entschlossen, Ihrem geliebten Enzo zu
helfen.
Zweiter
Akt
"Der
Rosenkranz"
Unter den Augen von Barnaba, der sich als
Schiffer verkleidet hat, wird Enzos Schiff von
den Matrosen zum Auslaufen fertig gemacht (Pescator,
affonda l'esca | Fischersmann, sei fröhlich
heut). Enzo tritt aus der Kajüte in Erwartung
seiner Geliebten (Cielo e mar | Himmel und
Meer), dann wird Laura an Bord gebracht. Enzo
und Laura schwören sich ewige Liebe und machen
sich zur Flucht bereit (Laggiù fra
le nebbie remote | In weiter, in dunkler Ferne).
Plötzlich, während Enzo das Schiff überprüft
und Laura die Jungfrau Maria um Kraft bittet,
steht Gioconda vor Laura. Ein heftiger Streit
entsteht. Gioconda versucht ihre Rivalin zu erstechen,
erkennt aber im letzten Moment den Rosenkranz
ihrer Mutter an Laura. Als sie das Boot Badoeros
nahen sieht und Enzo sie von Barnabas Verrat unterrichtet
hat, nimmt sie Laura auf ihrem Boot mit davon.
Badoero und Barnaba verfolgen die Flüchtenden
vergebens und schwören Rache. Kriegsgaleeren
greifen Enzos Schiff an. Der Kapitän lässt
ein Feuer legen und flieht, um seiner Geliebten
zu Hilfe zu eilen.
Dritter
Akt
"Ca'
d'oro"
Badoero hat beschlossen seine treulose Frau
zu töten (Si, morir elle de'! | Ja,
sie treffe der Tod!). Er zwingt sie, in einer
Kammer seines Palastes, der Ca' d'oro am Canal
Grande, Gift zu nehmen, während seine Gäste
einer Serenade zuhören (Danza delle
ore | Tanz der Stunden). Gioconda, die das Schlimmste
befürchtet hat, ist es gelungen in den Palast
einzudringen und das Giftfläschchen mit einem
Betäubungstrank zu vertauschen, der zum Scheintod
führt. Höhnisch zeigt Badoero seinen
Gästen, unter denen sich auch Enzo befindet,
seine scheinbar tote Frau. Enzo stürzt sich
auf den Mörder, wird aber von den Wachen
überwältigt. Gioconda bietet Barnaba
an, ihm zu gehören, wenn er Enzo rette. Der
Spitzel triumphiert, lässt aber trotzdem,
um sicher zu gehen Giocondas Mutter festnehmen.
Vierter
Akt
"La
Giudecca"
Giocondas Freunde haben die immer noch bewusstlose
Laura aus dem Grabgewölbe geholt und zu Giocondas
Behausung, einem geheimen Ort auf der Insel Giudecca,
gebracht. Gioconda hält das Gift, das Badoero
seiner Frau zugedacht hatte, in Händen, verzweifelt
und schwankend, ob sie sich töten soll oder
Laura, deren Schicksal nun ganz in ihrer Hand
ist (Suicidio! | So sei es!). Enzo, von
Gioconda informiert, stürzt herein und kann
nicht glauben, dass Gioconda Lauras Leichnam hierher
bringen ließ. Er zieht den Dolch, um Gioconda
zu erstechen. In diesem Augenblick erwacht die
"Tote". Enzo und Laura erfahren endlich,
was Gioconda für sie gewagt hat. Sie wünschen
Gioconda Glück und Segen, nicht wissend,
was die Sängerin erwartet; sie fliehen ungehindert.
Kurz darauf trifft Barnaba ein, um seinen Lohn
zu fordern. Es gelingt Gioconda ihn für einen
Moment abzulenken, indem sie vorgibt, sich für
ihn schmücken zu wollen. Gioconda stößt
sich den Dolch ins Herz und hört nicht mehr,
dass ihr Barnaba höhnisch ins Ohr schreit,
ihre Mutter erwürgt zu haben.
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